
Inselleben
Stadtleben, Kulturerbe und Schaffenskraft
Komm dem Leben auf Bornholm näher
Inselleben auf Bornholm beginnt am Meer, aber es endet nicht an der Küste. Es führt weiter in die Orte hinein, hinauf auf die Klippen, durch die kleinen Gassen und hinein in die Werkstätten, wo Hände Glas, Ton, Holz und Stein formen.
Hier liegen Häfen, Rundkirchen, Räuchereien, Mühlen und alte Steinbrüche nah beieinander. Jeder Ort hat seinen eigenen Rhythmus. An manchen Orten duftet es nach Rauch und Salzwasser. An anderen sind es Kirchenglocken, Werkzeug auf Material oder der Wind um einen Mühlenflügel, die die Stimmung prägen.
Hier kommst du dem Leben der Bornholmer näher, in der Begegnung mit dem Kulturerbe, dem Handwerk und den Menschen, die die Insel das ganze Jahr über lebendig halten.

Ein guter Ort zum Leben ist auch ein guter Ort zum Besuchen
Unsere Orte und Fischerdörfer sind vor allem Rahmen für ein lebendiges Leben auf Bornholm. Es sind Orte, an denen der Alltag das ganze Jahr über gelebt wird und an denen wir es lieben, dass der Puls der Insel mit den Jahreszeiten wechselt.
Wir sind stolz auf unsere kleinen lokalen Gemeinschaften mit ihren eigenen Rhythmen, ihrem starken Zusammenhalt und ihrer jeweils eigenen Art, dich auf Bornholm willkommen zu heißen.
Wenn du entlang der Küste und ins Inselinnere auf Entdeckung gehst, spürst du die Unterschiede schnell. Jeder Ort hat seinen eigenen Puls, seine eigene Geschichte und seine eigene Stimmung. Du kannst die historische Seele in den alten Gassen spüren, den Unternehmergeist an den Häfen erleben oder in den kleineren Fischerdörfern Ruhe finden.
Entdecke Bornholms Orte und finde den Platz, an dem du dich am meisten zu Hause fühlst.
Wo Feigen in der Ostsee reifen
Bornholm ist als Sonneninsel bekannt, und das Klima ist etwas Besonderes. Die Ostsee sorgt für einen kühleren Frühling auf der Insel, doch Klippen und Meer halten die Wärme dafür länger. Deshalb können sich Spätsommer und Herbst mild anfühlen, während das Licht über Klippen, Gärten und Küstenorten noch klar steht.
Das milde Klima ist einer der Gründe dafür, dass Feigen und Maulbeerbäume auf Bornholm gedeihen können. Ein kleines Zeichen dafür, wie die Lage der Insel mitten in der Ostsee Natur, Jahreszeiten und das Leben hier prägt.
Schaffenskraft, die mit den Händen beginnt
Auf Bornholm erlebst du die Schaffenskraft ganz aus der Nähe, in den Werkstätten, in den Materialien und bei den Menschen, die jeden Tag mit ihren Händen arbeiten.
Glas, Keramik, Textil, Holz, Schmuck und Metall werden überall auf der Insel geformt. An manchen Orten kannst du die Arbeit aus der Nähe verfolgen. An anderen begegnet dir das fertige Werk in kleinen Läden, Galerien, Museen und Ausstellungen. Jedes Jahr öffnen Künstlerinnen, Künstler und Kunsthandwerker ihre Türen besonders weit während der Kunstrunden und der Bornholm Craft Weeks.
Bornholm ist als World Craft Region ausgezeichnet, und das spürt man im starken Kunsthandwerksmilieu der Insel. Hier bauen neue Ideen auf Traditionen, Materialien und der besonderen Ruhe auf, die viele Künstler und Kunsthandwerker auf der Insel finden.
Wenn du eine bornholmische Werkstatt betrittst, kommst du dem Handwerk und den Materialien näher, die zur Insel gehören. Hier werden Licht, Klippen, Ton, Meer und Geschichte zu etwas, das du sehen, berühren und mit nach Hause nehmen kannst.
Das weiße Gold unter Rønne
Bornholms Keramiktradition beginnt nicht nur in den Händen begabter Keramikerinnen und Keramiker. Sie beginnt auch in der Erde unter der Insel.
Rund um Rønne gibt es Kaolin, eine feine, weiße Tonart, die viele Jahre lang abgebaut und unter anderem für Porzellan, feuerfeste Produkte und Keramik verwendet wurde. Der Rohstoff war eine Grundlage für Bornholms keramische Fabrikgeschichte und für Orte wie Hjorths Fabrik, wo das Handwerk bis heute weiterlebt.
Heute kannst du die Spuren des Kaolinabbaus unter anderem am Kaolinsøen in Rønne erleben. Ein stiller Naturort mit einer Rohstoffgeschichte unter der Oberfläche.
Kultur und Gemeinschaften das ganze Jahr
Inselleben auf Bornholm handelt auch von all dem, was Menschen im Alltag zusammenbringt. Bibliotheken, Sporthallen, Schwimmbäder, Theater, Konzerte, Vereine und lokale Veranstaltungen geben der Insel Leben, auch wenn der Trubel des Sommers nachgelassen hat.
Hier begegnen sich Bornholmer über Alter, Interessen und Jahreszeiten hinweg. Bei einer Aufführung, einem Konzert, einem Handballspiel, beim Morgenschwimmen, in einem Lesekreis oder auf einem lokalen Festival. Manche Erlebnisse sind klein und nah am Alltag. Andere bringen die ganze Insel zusammen oder ziehen Gäste von weit her an.
Für dich als Besucher ist das Kulturleben eine Möglichkeit, dem Alltag auf Bornholm näherzukommen. Du kannst im Theatersaal Platz nehmen, zu einem Konzert gehen, das Schwimmbad besuchen oder bei einem lokalen Festival vorbeischauen und für eine Weile Teil des Lebens sein, das hier das ganze Jahr über stattfindet.
Kultur in einer größeren Gewichtsklasse
Bornholm hat eine Einwohnerzahl wie eine kleinere dänische Provinzstadt, doch die Insel bietet Kulturerlebnisse, die weit über ihre Größe hinausreichen.
In Rønne liegt Dänemarks ältestes noch betriebenes Theater, gegründet 1823, in dem das ganze Jahr über Theater gespielt wird und Musik und Bühnenkunst zu erleben sind. Nur wenige Schritte entfernt liegt Musikhuzet, Bornholms regionaler Veranstaltungsort, der seit 1996 die Insel mit Konzerten, neuen Talenten und bekannten Namen der dänischen Musikszene zusammenbringt.
Das gehört zum Besonderen am bornholmischen Kulturleben. Auch in kleinem Rahmen sind hier große Erlebnisse möglich.
Das Meer als Lebensader
Auf Bornholm ist das Meer nie weit entfernt. Es liegt wie ein Rahmen um die Insel, aber auch wie eine Lebensader. Über Generationen hinweg hat das Meer Arbeit, Essen auf den Tisch und Verbindung zur übrigen Welt gebracht.
Das ist noch immer in den Häfen, in den alten Fischerdörfern und in der Räuchereigeschichte zu spüren, in der Hering, Rauch und Handwerk ein Teil von Bornholms Geschmack und Identität wurden. Die Räuchereien erzählen von einer Zeit, in der der Fang des Meeres direkt am Kai verarbeitet und weiter in die Welt geschickt wurde.
Es ist Teil einer größeren Geschichte über eine Insel, die gelernt hat, ihre eigenen Ressourcen zu nutzen. Das Meer und die Fische. Der Ton unter Rønne. Der Granit auf Nordbornholm. Die fruchtbare Erde auf den Feldern. Was hier vorhanden war, wurde zu Erwerbszweigen, Handwerk, Esskultur und Alltagsleben.
Das Meer prägt die Stimmung der Insel bis heute. In der Ankunft der Fähre, in den Fischerbooten am Kai, im Wind über den Klippen und in den stillen Morgenstunden, wenn der Hafen vor dem Ort erwacht. Es verbindet Bornholm mit der Ostsee, der Welt draußen und den Generationen, die mit dem Meer als nächstem Nachbarn gelebt haben.

Als das Meer der größte Arbeitsplatz der Insel war
In den 1980er-Jahren war die Fischerei Bornholms größter Erwerbszweig. Die Häfen summten von Kuttern, Filetfabriken, Export und Alltagsleben, und besonders der Dorsch aus der Ostsee schuf Arbeitsplätze und machte Bornholm als Fischerinsel bekannt.
Heute ist die bornholmische Berufsfischerei verschwunden, während Sportfischer weiterhin das ganze Jahr über an die Küsten kommen. Die Spuren der Blütezeit der Fischerei leben in den Häfen, Fischerdörfern und Räuchereien weiter. Hier kannst du die Geschichte jener Zeit noch immer schmecken und spüren, als das Meer der große Arbeitsplatz der Insel war.
Inselleben auf Ertholmene
Nordöstlich von Bornholm liegen Ertholmene mit Christiansø und Frederiksø als kleine Gemeinschaften mitten in der Ostsee. Hier sind die Wege kurz, das Meer ist auf allen Seiten nah, und der Tag wird von Wind, Wetter und der Ankunft der Fähre geprägt.
Christiansø wurde als Festung angelegt, und die Geschichte ist noch immer in den Mauern, den gelben Gebäuden und den schmalen Wegen zwischen den Häusern sichtbar. Gleichzeitig sind die Inseln die Heimat einer kleinen Gemeinschaft, deren Alltag inmitten der historischen Kulisse weitergeht.
Geh über die Brücke nach Frederiksø, folge den Wegen entlang der Festungsmauern und nimm dir Zeit für die Details. Die Klippen, die Aussicht, die Vogelwelt und die kleinen Spuren des Alltags machen den Besuch zu etwas Besonderem.
Auf Ertholmene kommst du einem einzigartigen lokalen Umfeld näher, in dem Natur, Geschichte und Alltagsleben auf engem Raum zusammentreffen.
Schule zwischen Kanonen
Obwohl nur rund 90 Menschen auf Christiansø leben, hat die Insel ihre eigene Schule. Hier gehen die Kinder der Insel bis zur 7. Klasse zur Schule, und in den Pausen spielen sie buchstäblich zwischen historischen Festungsmauern und Kanonen.
Das Kulturerbe steht in der Landschaft
Auf Bornholm liegt die Geschichte nicht nur hinter Glas im Museum. Sie steht mitten in der Landschaft, wo du ihr auf deinem Weg über die Insel begegnen kannst.
In den vier Rundkirchen treffen Mittelalter, Glaube und Verteidigung in ein und demselben Gebäude aufeinander. Bei den alten Mühlen spürst du die Verbindung zu Landwirtschaft, Wind und Alltagsleben. Und in den Steinbrüchen rund um Vang und Hammeren siehst du die Spuren des Granits, der im Laufe der Zeit sowohl die Insel als auch die Menschen geprägt hat, die von ihm lebten.
Das Kulturerbe findet sich in den Klippen, Kirchen, Mühlen, Häfen und alten Gebäuden. Oft musst du nur einen Moment stehen bleiben, um es zu entdecken.
Der Granit, der in die Welt zog
Schau genauer hin, wenn du das nächste Mal durch Kopenhagen gehst. Die raue Natur Nordbornholms hat weit von der Insel entfernt Spuren hinterlassen.
Als das Granitabenteuer in Vang Granitbrud und auf Hammeren im 19. und 20. Jahrhundert Fahrt aufnahm, schlugen bornholmische Steinhauer den Fels heraus und schickten den Granit über das Meer weiter.
Heute kannst du bornholmischem Granit unter anderem bei Christiansborg begegnen, wo Moseløkkegranit von Bornholm auf dem Slotspladsen verwendet wurde. Wenn du also das nächste Mal mitten in der Hauptstadt stehst, kannst du mit einem kleinen Stück Bornholm unter den Füßen stehen.
Geschichte liegt direkt unter deinen Füßen
Bornholm ist seit Tausenden von Jahren bewohnt, und die Geschichte der Insel zeigt sich an vielen Orten direkt in der Landschaft. Nicht als eine einzige zusammenhängende Erzählung, sondern als Spuren, die du findest, wenn du durch Wälder gehst, an Klippen entlang oder zwischen alten Steinwällen hindurch.
Bei Madsebakke in der Nähe von Allinge kannst du Felsritzungen aus der Bronzezeit sehen, direkt in den Fels gehauen. Schiffe, Sonnenkreuze, Fußzeichen und kleine Schälchen erzählen von Menschen, die auf Sonne, Meer und das Unbekannte blickten, lange bevor Bornholm seine Orte und Kirchen bekam.
An anderen Orten stehen Bautasteine als stille Gedenksteine. Bei Gryet in der Nähe von Nexø stehen sie zwischen den Bäumen auf einem alten Gräberfeld, wo Bronzezeit und Eisenzeit in Stein, Grabhügeln und stillem Waldboden aufeinandertreffen. Hier spürst du, wie weit die Wurzeln des Lebens auf Bornholm zurückreichen.
Wenn du tiefer in die Geschichte der Insel eintauchen möchtest, findest du auch Museen, die die Erzählungen entfalten. Im Bornholms Museum kommst du der langen Geschichte der Insel näher. Im Forsvarsmuseet in Rønne geht es um Krieg, Verteidigung und Bornholms strategische Lage in der Ostsee. Und auf Melstedgård bei Gudhjem trittst du in das Leben auf einem bornholmischen Bauernhof ein, wo Landwirtschaft, Handwerk und Alltag zusammengehören.
Später hinterließen Wikingerzeit und Mittelalter neue Spuren in Runensteinen, Kirchen, Burgruinen und alten Hafenverbindungen. Und in jüngerer Zeit wurde Bornholm erneut von der Weltgeschichte geprägt, als der Zweite Weltkrieg und die sowjetische Zeit besonders in Rønne und Nexø tiefe Spuren hinterließen.
Die Geschichte auf Bornholm ist nicht versteckt. Sie liegt im Fels, in der Erde, in den Mauern und in den Orten, die du heute besuchen kannst.
Als die Uhr auf Bornholm weiter tickte
Während der Rest Dänemarks im Mai 1945 die Befreiung feierte, war der Krieg auf Bornholm noch nicht vorbei. Am 7. und 8. Mai wurden Rønne und Nexø von sowjetischen Flugzeugen bombardiert, nachdem der deutsche Kommandant sich geweigert hatte, vor der Sowjetunion zu kapitulieren.
Wenige Tage später gingen sowjetische Soldaten auf der Insel an Land. Die sowjetische Präsenz dauerte bis zum 5. April 1946, fast ein Jahr nach der Befreiung im übrigen Dänemark.
In mehreren Museen der Insel kannst du mehr über dieses besondere Kapitel der dänischen Geschichte erfahren, das bis heute in der bornholmischen Selbstwahrnehmung nachwirkt.
Inselleben das ganze Jahr erleben
Bornholm verändert seinen Charakter mit den Jahreszeiten. Im Sommer summen die Orte, Häfen und Küsten vor Leben. Zu anderen Jahreszeiten treten andere Seiten des Insellebens deutlicher hervor.
Im frühen Frühling spürst du, wie das Licht über Klippen, Wälder und kleine Gassen zurückkehrt. Im milden Herbst bekommen Meer, Gärten und Räuchereien einen ruhigeren Glanz. Und im Winter steht die Natur rauer und offener da, mit Wind über der Küste, stillen Häfen und viel Raum für Vertiefung.
Hier kommst du dem Alltag näher und begegnest der Insel in dem Tempo, in dem wir selbst leben. Bei einem Spaziergang durch einen Ort, in einer Werkstatt, in einem Museum, entlang eines Klippenpfads oder bei einer Tasse Kaffee, während draußen das Wetter wechselt.
Inselleben auf Bornholm ist Stadtleben, Kulturerbe und Schaffenskraft. Aber es ist auch der Wechsel der Jahreszeiten, die kleinen Begegnungen und das Gefühl, dem Leben auf der Insel näherzukommen. Das ganze Jahr.

Die Sprache, die auf der Insel geblieben ist
Bornholmisch ist der einzige ostdänische Dialekt, der in Dänemark noch gesprochen wird. Er hat seinen eigenen Tonfall, besondere Laute und eigene Wörter, die ihm seinen unverwechselbaren Klang geben. So trägt die Sprache Spuren der Geschichte der Insel in sich und erzählt davon, wie Bornholm mitten in der Ostsee seine eigene sprachliche Identität bewahrt hat.
Für viele Bornholmer ist die Sprache nicht nur ein Dialekt. Sie ist Teil des Gefühls, dazuzugehören. Ein lebendiges Kulturerbe, das du noch heute im Alltag, in lokalen Erzählungen und in Begegnungen mit Menschen auf der Insel hören kannst.





























