Bornholm Info
På opdagelse blandt stensøjlerne i Gudhjem

Inselleben

Stadtleben, Kulturerbe und Schaffenskraft

Foto: Semko Balcerski

Komm dem Leben auf Bornholm näher

Inselleben auf Bornholm beginnt am Meer, aber es endet nicht an der Küste. Es führt weiter in die Orte hinein, hinauf auf die Klippen, durch die kleinen Gassen und hinein in die Werkstätten, wo Hände Glas, Ton, Holz und Stein formen.

Hier liegen Häfen, Rundkirchen, Räuchereien, Mühlen und alte Steinbrüche nah beieinander. Jeder Ort hat seinen eigenen Rhythmus. An manchen Orten duftet es nach Rauch und Salzwasser. An anderen sind es Kirchenglocken, Werkzeug auf Material oder der Wind um einen Mühlenflügel, die die Stimmung prägen.

Hier kommst du dem echten Bornholm näher, in kleinen Begegnungen mit dem Leben der Bornholmer, mit Kulturerbe und Schaffenskraft mitten in der Ostsee.

De små både ligger i havnen i fiskelejeret Helligpeder
Foto: Semko Balcerski

Ein guter Ort zum Leben ist auch ein guter Ort zum Besuchen

Unsere Orte und Fischerdörfer sind vor allem Rahmen für ein lebendiges Leben auf Bornholm. Es sind Orte, an denen der Alltag das ganze Jahr über gelebt wird, und an denen wir lieben, dass der Puls der Insel mit den Jahreszeiten wechselt.

Wir sind stolz auf unsere kleinen lokalen Gemeinschaften, die eigene Rhythmen, starke Gemeinschaften und jeweils ihre eigene Art haben, dich auf Bornholm willkommen zu heißen.

Wenn du entlang der Küste und ins Inselinnere auf Entdeckung gehst, spürst du die Unterschiede schnell. Jeder Ort hat seinen eigenen Puls, seine eigene Geschichte und seine eigene Stimmung. Du kannst die historische Seele in den alten Gassen spüren, den Unternehmergeist an den Häfen erleben oder in den kleineren Fischerdörfern Ruhe finden.

Entdecke Bornholms Orte und finde den Platz, an dem du dich am meisten zu Hause fühlst.

Wo Feigen in der Ostsee reifen

Bornholm ist als Sonneninsel bekannt, und das Klima ist etwas Besonderes. Die Ostsee sorgt für einen kühleren Frühling auf der Insel, doch Klippen und Meer halten die Wärme dafür länger. Deshalb können sich Spätsommer und Herbst mild anfühlen, während das Licht über Klippen, Gärten und Küstenorten noch klar steht.

Das milde Klima ist einer der Gründe dafür, dass Feigen und Maulbeerbäume auf Bornholm gedeihen können. Ein kleines Zeichen dafür, dass die Lage der Insel mitten in der Ostsee etwas mit Natur, Jahreszeiten und Leben hier macht.

Schaffenskraft, die mit den Händen beginnt

Auf Bornholm ist Schaffenskraft nicht nur etwas, das du aus der Ferne betrachtest. Sie findet sich in den Werkstätten, in den Materialien und in der Begegnung mit Menschen, die jeden Tag mit ihren Händen arbeiten.

Glas, Keramik, Textil, Holz, Schmuck und Metall werden überall auf der Insel geformt. An manchen Orten kannst du die Arbeit aus der Nähe verfolgen. An anderen begegnet dir das fertige Werk in kleinen Läden, Galerien, Museen und Ausstellungen. Jedes Jahr öffnen Künstlerinnen, Künstler und Kunsthandwerker ihre Türen besonders weit während der Kunstrunden und der Bornholm Craft Weeks.

Bornholm ist als World Craft Region ausgezeichnet, und das spürt man im starken Kunsthandwerksmilieu der Insel. Hier bauen neue Ideen auf Traditionen, Materialien und der besonderen Ruhe auf, die viele Künstler und Kunsthandwerker auf der Insel finden.

Wenn du eine bornholmische Werkstatt betrittst, kommst du einer anderen Seite des echten Bornholm näher. Hier werden das Licht, die Klippen, der Ton, das Meer und die Geschichte der Insel zu etwas, das du sehen, berühren und mit nach Hause nehmen kannst.

Das weiße Gold unter Rønne

Bornholms Keramiktradition beginnt nicht nur in den Händen begabter Keramikerinnen und Keramiker. Sie beginnt auch in der Erde unter der Insel.

Rund um Rønne gibt es Kaolin, eine feine, weiße Tonart, die viele Jahre lang abgebaut und unter anderem für Porzellan, feuerfeste Produkte und Keramik verwendet wurde. Der Rohstoff war mit dafür verantwortlich, Bornholms keramische Fabrikgeschichte und Orte wie Hjorths Fabrik zu begründen, wo das Handwerk bis heute weiterlebt.

Heute kannst du die Spuren des Kaolinabbaus unter anderem am Kaolinsøen in Rønne erleben. Ein stiller Naturort mit einer Rohstoffgeschichte unter der Oberfläche.

Kultur und Gemeinschaften das ganze Jahr

Inselleben auf Bornholm handelt auch von all dem, was Menschen im Alltag zusammenbringt. Bibliotheken, Sporthallen, Schwimmbäder, Theater, Konzerte, Vereine und lokale Veranstaltungen geben der Insel Leben, auch wenn der Trubel des Sommers nachgelassen hat.

Hier begegnen sich Bornholmer über Alter, Interessen und Jahreszeiten hinweg. Bei einer Aufführung, einem Konzert, einem Handballspiel, beim Morgenschwimmen, in einem Lesekreis oder auf einem lokalen Festival. Manche Erlebnisse sind klein und nah am Alltag. Andere bringen die ganze Insel zusammen oder ziehen Gäste von weit her an.

Für dich als Besucher ist das Kulturleben ein Weg in das echte Bornholm hinein. Nicht nur als etwas, das du anschauen kannst, sondern als etwas, in das du für einen Moment eintreten kannst. Hier spürst du die Insel als lebendigen Ort mit Gemeinschaften, Energie und Menschen, die das ganze Jahr über gemeinsam etwas schaffen.

Kultur in einer größeren Gewichtsklasse

Bornholm hat eine Einwohnerzahl wie eine kleinere dänische Provinzstadt, doch die Insel bietet Kulturerlebnisse, die weit über ihre Größe hinausreichen.

In Rønne liegt Dänemarks ältestes noch betriebenes Theater, gegründet 1823, wo das ganze Jahr über Theater, Musik und Bühnenkunst gespielt werden. Nur wenige Schritte entfernt liegt Musikhuzet, Bornholms regionaler Spielort, der seit 1996 die Insel mit Konzerten, neuen Talenten und bekannten Namen der dänischen Musikszene zusammenbringt.

Das ist ein Teil des besonderen bornholmischen Kulturlebens: Hier können kleine Rahmen große Erlebnisse fassen.

Das Meer als Lebensader

Auf Bornholm ist das Meer nie weit entfernt. Es liegt wie ein Rahmen um die Insel, aber auch wie eine Lebensader. Über Generationen hinweg hat das Meer Arbeit, Essen auf den Tisch und Verbindung zur übrigen Welt gebracht.

Das ist noch immer in den Häfen, in den alten Fischerdörfern und in der Räuchereigeschichte zu spüren, in der Hering, Rauch und Handwerk ein Teil von Bornholms Geschmack und Identität wurden. Die Räuchereien erzählen von einer Zeit, in der der Fang des Meeres direkt am Kai verarbeitet und weiter in die Welt geschickt wurde.

Es ist Teil einer größeren Geschichte über eine Insel, die gelernt hat, ihre eigenen Ressourcen zu nutzen. Das Meer und die Fische. Den Ton unter Rønne. Den Granit auf Nordbornholm. Die fruchtbare Erde auf den Feldern. Was hier vorhanden war, wurde zu Erwerb, Handwerk, Esskultur und Alltagsleben.

Das Meer prägt die Stimmung der Insel bis heute. In der Ankunft der Fähre, in den Fischerbooten am Kai, im Wind über den Klippen und in den stillen Morgenstunden, wenn der Hafen vor dem Ort erwacht. Es schafft Abstand, aber auch Verbindung: zur Welt draußen, zur Ostsee und zu Generationen von Menschen, die die Wellen immer als nächste Nachbarn hatten.

Fyret ved Dueodde i solnedgangens rosa farver
Foto: Semko Balcerski

Als das Meer der größte Arbeitsplatz der Insel war

In den 1980er-Jahren war die Fischerei Bornholms größter Erwerbszweig. Die Häfen summten von Kuttern, Filetfabriken, Export und Alltagsleben, und besonders der Dorsch aus der Ostsee schuf Arbeitsplätze und machte Bornholm als Fischerinsel bekannt.

Heute ist die bornholmische Berufsfischerei verschwunden, während Sportfischer weiterhin das ganze Jahr über an die Küsten kommen. Die Spuren der Blütezeit der Fischerei leben in den Häfen, Fischerdörfern und Räuchereien weiter. Hier kannst du die Geschichte jener Zeit noch immer schmecken und spüren, als das Meer der große Arbeitsplatz der Insel war.

Inselleben auf Ertholmene

Nordöstlich von Bornholm liegen Ertholmene mit Christiansø und Frederiksø als kleine Gemeinschaften mitten in der Ostsee. Eine Inselgemeinschaft, die ganz für sich steht. Hier sind die Wege kurz, das Meer ist auf allen Seiten nah, und der Tag wird von Wind, Wetter und der Ankunft der Fähre geprägt.

Christiansø wurde als Festung angelegt, und das ist noch immer in den Mauern, den gelben Gebäuden und den schmalen Wegen zwischen den Häusern zu spüren. Hier gehört die Geschichte nicht nur der Vergangenheit an. Sie ist Teil des Lebens, das noch immer auf den Inseln gelebt wird.

Geh über die Brücke nach Frederiksø, folge den Wegen entlang der Festungsmauern und nimm dir Zeit für die Details. Die Klippen, die Aussicht, die Vogelwelt und die kleinen Spuren des Alltags machen den Besuch zu etwas Besonderem.

Auf Ertholmene kommst du einem einzigartigen lokalen Lebensraum näher, in dem Natur, Geschichte und Alltagsleben ganz dicht beieinanderliegen.

Schule zwischen Kanonen

Obwohl nur rund 90 Menschen auf Christiansø leben, hat die Insel ihre eigene Schule. Hier gehen die Kinder der Insel bis zur 7. Klasse zur Schule, und in den Pausen spielen sie buchstäblich zwischen historischen Festungsmauern und Kanonen.

Das Kulturerbe steht in der Landschaft

Auf Bornholm liegt die Geschichte nicht nur hinter Glas im Museum. Sie steht mitten in der Landschaft, wo du ihr auf deinem Weg über die Insel begegnen kannst.

In den vier Rundkirchen treffen Mittelalter, Glaube und Verteidigung in ein und demselben Gebäude aufeinander. Bei den alten Mühlen spürst du die Verbindung zu Landwirtschaft, Wind und Alltagsleben. Und in den Steinbrüchen rund um Vang und Hammeren siehst du die Spuren des Granits, der im Laufe der Zeit sowohl die Insel als auch die Menschen geprägt hat, die von ihm lebten.

Das Kulturerbe ist Teil des echten Bornholm. Es findet sich in den Klippen, Kirchen, Mühlen, Häfen und alten Gebäuden. Und oft musst du nur einen Moment stehen bleiben, um es zu entdecken.

Der Granit, der in die Welt zog

Schau genauer hin, wenn du das nächste Mal durch Kopenhagen gehst. Die raue Natur Nordbornholms hat weit von der Insel entfernt Spuren hinterlassen.

Als das Granitabenteuer in Vang Granitbrud und auf Hammeren im 19. und 20. Jahrhundert Fahrt aufnahm, schlugen bornholmische Steinhauer den Fels heraus und schickten den Granit über das Meer weiter.

Heute kannst du bornholmischem Granit unter anderem bei Christiansborg begegnen, wo Moseløkkegranit von Bornholm auf dem Slotspladsen verwendet wurde. Wenn du also das nächste Mal mitten in der Hauptstadt stehst, kannst du mit einem kleinen Stück Bornholm unter den Füßen stehen.

Geschichte liegt direkt unter deinen Füßen

Bornholm ist seit Tausenden von Jahren bewohnt, und die Geschichte der Insel zeigt sich an vielen Orten direkt in der Landschaft. Nicht als eine einzige zusammenhängende Erzählung, sondern als Spuren, die du findest, wenn du durch Wälder gehst, an Klippen entlang oder zwischen alten Steinwällen hindurch.

Bei Madsebakke in der Nähe von Allinge kannst du Felsritzungen aus der Bronzezeit sehen, direkt in den Fels gehauen. Schiffe, Sonnenkreuze, Fußzeichen und kleine Schälchen erzählen von Menschen, die auf Sonne, Meer und das Unbekannte blickten, lange bevor Bornholm seine Orte und Kirchen bekam.

An anderen Orten stehen Bautasteine als stille Gedenksteine. Bei Gryet in der Nähe von Nexø stehen sie zwischen den Bäumen auf einem alten Gräberfeld, wo Bronzezeit und Eisenzeit in Stein, Grabhügeln und stillem Waldboden aufeinandertreffen. Hier spürst du, wie weit die Wurzeln des Lebens auf Bornholm zurückreichen.

Wenn du tiefer in die Geschichte der Insel eintauchen möchtest, findest du auch Museen, die die Erzählungen entfalten. Im Bornholms Museum kommst du der langen Geschichte der Insel näher. Im Forsvarsmuseet in Rønne geht es um Krieg, Verteidigung und Bornholms strategische Lage in der Ostsee. Und auf Melstedgård bei Gudhjem trittst du in das Leben auf einem bornholmischen Bauernhof ein, wo Landwirtschaft, Handwerk und Alltag zusammengehören.

Später hinterließen Wikingerzeit und Mittelalter neue Spuren in Runensteinen, Kirchen, Burgruinen und alten Hafenverbindungen. Und in jüngerer Zeit wurde Bornholm erneut von der Weltgeschichte geprägt, als der Zweite Weltkrieg und die sowjetische Zeit besonders in Rønne und Nexø tiefe Spuren hinterließen.

Die Geschichte auf Bornholm ist nicht versteckt. Sie liegt im Fels, in der Erde, in den Mauern und in den Orten, die du heute besuchen kannst.

Als die Uhr auf Bornholm weiter tickte

Während der Rest Dänemarks im Mai 1945 die Befreiung feierte, war der Krieg auf Bornholm noch nicht vorbei. Am 7. und 8. Mai wurden Rønne und Nexø von sowjetischen Flugzeugen bombardiert, nachdem der deutsche Kommandant sich geweigert hatte, vor der Sowjetunion zu kapitulieren.

Wenige Tage später gingen sowjetische Soldaten auf der Insel an Land. Die sowjetische Präsenz dauerte bis zum 5. April 1946, fast ein Jahr nach der Befreiung im übrigen Dänemark.

In mehreren Museen der Insel kannst du mehr über dieses besondere Kapitel der dänischen Geschichte erfahren, das bis heute in der bornholmischen Selbstwahrnehmung nachwirkt.

Inselleben das ganze Jahr erleben

Bornholm verändert seinen Charakter mit den Jahreszeiten. Im Sommer summen die Orte, Häfen und Küsten vor Leben. Doch die Insel hat auch eine andere Seite, die deutlicher hervortritt, wenn die Hochsaison nachlässt.

Im frühen Frühling spürst du, wie das Licht über Klippen, Wälder und kleine Gassen zurückkehrt. Im milden Herbst bekommen Meer, Gärten und Räuchereien einen ruhigeren Glanz. Und im Winter steht die Natur rauer und offener da, mit Wind über der Küste, stillen Häfen und viel Raum für Vertiefung.

Dann kann sich Bornholm am nächsten anfühlen. Wenn der Alltag Raum bekommt und du der Insel in dem Tempo begegnest, in dem wir selbst leben. Auf einem Spaziergang durch einen Ort, in einer Werkstatt, in einem Museum, entlang eines Klippenpfads oder bei einer Tasse Kaffee, während draußen das Wetter wechselt.

Inselleben auf Bornholm ist Stadtleben, Kulturerbe und Schaffenskraft. Aber es ist auch die Magie der Jahreszeiten, die kleinen Begegnungen und das Gefühl, dem echten Bornholm näherzukommen. Das ganze Jahr.

Aftenstemning i Svaneke
Foto: Semko Balcerski

Die Stimme der Insel

Bornholmisch ist der einzige ost-dänische Dialekt, der in Dänemark noch gesprochen wird. Für deutsche Gäste klingt er vielleicht wie eine eigene kleine Sprache, aber für viele Bornholmer ist er vor allem ein Zeichen von Herkunft, Alltag und Zugehörigkeit.

Auf Bornholmisch kann ikke („nicht“) zu ønte werden, køkken („Küche“) zu tjøkken, gæs („Gänse“) zu djæss und ild („Feuer“) zu illj. Kleine Wörter und Laute, die zeigen, dass Bornholm mitten in der Ostsee seine eigene Stimme bewahrt hat.