
Bornholm mit Bedacht
Natur, Nähe und lokale Wege
Komm dem näher, wofür du gekommen bist
Bornholm mit Bedacht zu besuchen, bedeutet nicht, einen perfekten Urlaub zu planen oder große Versprechen einzulösen. Es geht um die Entscheidungen, die du unterwegs treffen kannst und die in der Praxis Sinn ergeben.
Das kann die Anreise sein, der Ort, an dem du übernachtest, das Essen, das du isst, die Route durch die Landschaft oder die Art, wie du die Natur nutzt. Auf Bornholm liegen Meer, Wald, kleine Orte, lokale Geschmäcker und die Menschen hinter den guten Orten nah beieinander. Das macht es leichter, mit Bedacht zu wählen, ohne dass der Urlaub kompliziert wird.
Wenn du der Insel ein Stück näher kommst, bekommst du auch mehr mit. Vielleicht entdeckst du einen Hofladen, an dem du sonst vorbeigefahren wärst, einen Weg zwischen zwei Orten oder ein Restaurant, dessen Menü der Saison folgt und Zutaten aus der Natur nutzt.

Kleine Entscheidungen auf einer kleinen Insel
Bornholm ist klein genug, dass viele Erlebnisse in einem ruhigeren Tempo erreichbar sind.
Mit dem Fahrrad kommst du durch Wald, offenes Land und kleine Dorfgemeinschaften, wo unterwegs Zeit zum Anhalten bleibt. Der Bus bietet eine einfache Verbindung zwischen den Orten, und die Wanderwege bringen dich näher an die Landschaft heran, als du es hinter einer Autoscheibe kommst.
Das Besondere entsteht oft genau dort, wo du dich langsamer durch die Landschaft bewegst und dem Weg folgst, wenn er eine Kurve macht. Bornholm hat viele Wander- und Fahrradrouten, sodass du leicht eine Tour findest, die zum Tag, zum Wetter und zu dem Tempo passt, in dem du die Insel erleben möchtest.
Oft ist es genau dort, dass du Bornholm am deutlichsten spürst: im Wind über den Feldern, im Licht an der Küste und in den kleinen Pausen zwischen den Plänen des Tages.
Energie im Alltag
Viele reisen nach Bornholm, um neue Energie zu tanken. Andere kommen, um sich in der Natur zu bewegen. Auf der Insel zeigt sich Energie auf verschiedene Weise, in den kleinen Pausen des Urlaubs und in großen Projekten, die weit über Bornholm hinausreichen.
Wenn du mit dem E-Auto kommst, kann das Laden ein natürlicher Teil des Tages werden. Vielleicht während du zu Mittag isst, spazieren gehst, einen Produzenten besuchst oder in einem Ort Pause machst, den du ohnehin gern erleben möchtest.
Gleichzeitig ist Bornholm dafür vorgesehen, eine neue Rolle im Energiesystem rund um die Ostsee zu übernehmen. Mit Energieinsel Bornholm soll Strom aus Offshore-Windenergie auf Bornholm gesammelt und in die Stromnetze von Dänemark und Deutschland weitergeleitet werden. Das Projekt ist mit mindestens 3 GW Offshore-Windenergie geplant, was laut dem dänischen Klima-, Energie- und Versorgungsministerium dem jährlichen Stromverbrauch von rund 3 Millionen Haushalten entspricht.
Für dich als Gast ist die Energieinsel nicht unbedingt etwas, das du besichtigen musst. Aber sie ist Teil der Geschichte einer kleinen Insel, auf der Entscheidungen im Alltag und große Lösungen weit draußen am Horizont Seite an Seite existieren.
Übernachten an Orten, die ihre Entscheidungen erklären
Wenn du eine Unterkunft wählst, kannst du auf konkrete Kennzeichnungen und klare Erklärungen achten.
Einige Orte haben Zertifizierungen wie Green Key, das Svanemærket oder EU Ecolabel. Andere erzählen selbst, wie sie mit Energie, Wasser, Abfallsortierung, Reinigung, Lebensmittelverschwendung oder Rohwaren arbeiten.
Die Bornholmer Gastgeber sind nah an ihrem Ort. Es ist ihr Leben, und sie kennen das Haus, den Garten, das Essen und den Alltag dahinter. Frag gern neugierig nach. Oft liegt die gute Geschichte genau in den Entscheidungen, die im Kleinen getroffen wurden.
Materialien mit einem weiteren Leben
Auf Bornholm gibt es eine Unterkunft, bei der das Gebäude nicht nur als Rahmen für den Aufenthalt gedacht ist, sondern auch als Ort, an dem Materialien mehrere Leben bekommen können.
Hier wurde mit Lösungen gearbeitet, die von Cradle to Cradle inspiriert sind, wobei Materialien möglichst getrennt, wiederverwendet oder biologisch abgebaut werden können. Wiederverwendetes Glas von einem Bornholmer Glasdesigner ist zum Beispiel zu Wegen im Park geworden, und Solarzellen sind als Teil der Architektur des Gebäudes gedacht.
Essen mit Ort und Saison
Bornholm hat eine starke Esskultur, in der Meer, Felder, Mühlen, Räuchereien, Brauereien, Hofläden und kleine Produzenten nah beieinander liegen.
Wenn du lokale Rohwaren, Saisonwaren oder Restaurants mit Bio-Speisemærke wählst, bekommst du einen deutlicheren Geschmack des Ortes, den du besuchst.
Das können neue Kartoffeln, Rapsöl, Roggenbrot, Bier aus einer lokalen Brauerei, Eis von einem Hof oder Fisch aus einer Räucherei sein. Essen, das nach seinem Ort schmeckt, muss kein großes Aufheben machen. Es muss einfach nach etwas schmecken, das hierher gehört.
Das Wasser unter Bornholm
Auf Bornholm ist das Wasser ein Teil des lokalen Geschmacks.
Ein Teil des Trinkwassers der Insel stammt aus tiefen Bohrungen in Balka- und Nexø-Sandstein. Das Wasser wird belüftet und durch Sand gefiltert, aber es wird kein Chlor zugesetzt.
Und der Geschmack ist nicht nur etwas, worüber die Bornholmer selbst sprechen. Im Jahr 2019 wurde Wasser aus dem Smålyngsværket als Dänemarks wohlschmeckendstes Trinkwasser ausgezeichnet.
Das macht Wasser zu mehr als etwas Praktischem. Es ist ein lokaler Rohstoff, der auch in der Lebensmittel- und Getränkeproduktion der Insel eine Rolle spielt, von Bier und Spirituosen bis zu Limonaden und anderen Produkten, bei denen Wasser Teil des Geschmacks ist.
Wenn du auf Bornholm das nächste Mal ein Glas füllst, kannst du daran denken, dass auch etwas von der Insel unter der Oberfläche mitkommt.
Der Natur Raum geben
Viele reisen wegen der Natur nach Bornholm, wo Felsküsten, Wälder, Spaltentäler, Sandstrände und kleine Wege nah beieinander liegen. Hier kann schon ein kurzer Ausflug schnell zu einem Erlebnis für sich werden.
Wenn du die Natur mit Bedacht nutzt, geht es nicht darum, den Urlaub weniger frei zu machen. Es geht darum, dem Raum zu geben, wofür du gekommen bist.
Bleib auf den Wegen, wo die Natur empfindlich ist. Nimm Abfall wieder mit. Halte Abstand zu Tieren und Vögeln. Nutze Feuerstellen, Shelters und Übernachtungsplätze nach den Regeln, die vor Ort gelten. Und wähle gern Zeiten und Routen, an denen es etwas ruhiger um dich herum ist.
Dann wird die Natur nicht nur etwas, das du aus der Ferne betrachtest. Sie wird zu einem Ort, den du mit Respekt betrittst.
Mehr von Bornholm erleben
Der Sommer auf Bornholm hat Meer, Hafenorte, Märkte, Events und lange helle Tage. Aber die Insel hat viele Rhythmen, und einige der besten Erlebnisse beginnen, wenn du der Saison etwas näher folgst.
Der Frühling hat das Licht, die ersten Rohwaren und Wandertage mit frischer Luft im Gesicht. Der Sommer hat Badetage, Fahrradtouren und große Veranstaltungen unter freiem Himmel. Der Herbst hat den Wald, die Geschmäcker und die klare Luft. Der Winter hat die Dunkelheit, die Sterne und die kleinen Orte, an denen Wärme besonders deutlich zu spüren ist. Jede Jahreszeit hat ihren eigenen Reiz, und Bornholm ist das ganze Jahr über einen Besuch wert.
Du kannst die Tour auch etwas weiter über die Insel führen. Nach Aakirkeby, Hasle, Nexø, Østermarie, Klemensker und zu den kleinen Orten zwischen den Städten. Hier findest du Kunsthandwerk, Natur, Essen, Kulturgeschichte und Alltagsleben in kleinerem Maßstab.
Wenn mehr Menschen die ganze Insel und mehrere Zeiten des Jahres nutzen, verteilt sich der Besuch besser. Für dich kann das mehr Ruhe, mehr Nähe und mehr Erlebnisse bedeuten, mit denen du nicht gerechnet hattest.
Gemeinsam mit Bedacht
Wir sind auf einem guten Weg, aber noch nicht am Ziel. Wenn dir auf Bornholm etwas auffällt, das behoben, verbessert oder weitergegeben werden sollte, hören wir gern von dir.
Das kann ein fehlender Abfalleimer sein, Abfall, der sich an einem Ort sammelt, unklare Beschilderung, schwer verständliche Zugangsverhältnisse oder andere praktische Dinge, die Bedeutung für das Erlebnis der Insel haben.
Wir können nicht alles selbst lösen, aber wir lesen, was du schickst, und geben relevante Hinweise an die richtigen Stellen weiter.
Sende deinen Kommentar oder deine Idee an info@bornholm.info.
Wissen im alten Wasserturm
An der Almegårdsvej in Rønne steht ein alter Wasserturm aus dem Jahr 1936, der heute Affaldstårnet heißt.
Heute bildet der Turm den Rahmen für Führungen und Vorträge, bei denen Schulkinder und Besucher mehr über Abfall, Sortierung und die Ressourcen erfahren können, die sich in dem verbergen, was wir sonst wegwerfen.
Dieses Wissen ist wichtig, weil Abfall nicht einfach verschwindet. Besonders auf einer Insel wird deutlich, dass er abgeholt, sortiert, behandelt und am besten wieder genutzt werden muss. Je besser wir das verstehen, desto leichter fällt es, auch als Gast auf Bornholm kleine Entscheidungen mit Bedacht zu treffen.









