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Der russische Friedhof in Allinge

Der russische Friedhof in Allinge ist ein stiller und eindrucksvoller Erinnerungsort, an dem Bornholms besondere Kriegsgeschichte bis heute spürbar ist. Auf dem Friedhof von Allinge treffen die Geschichten sowjetischer Soldaten und deutscher Flüchtlinge in einem einzigartigen historischen Rahmen aufeinander – geprägt von Ruhe, Nachdenklichkeit und Respekt. Der markante Obelisk und die schlichten Grabstätten erzählen von den letzten chaotischen Tagen des Zweiten Weltkriegs und von Bornholms besonderer Rolle nach der Befreiung Dänemarks im Jahr 1945.

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Den russiske kirkegård i Allinge
Vorzeitdenkmäler & Ruinen
Foto: Destination Bornholm
Den russiske kirkegård i Allinge
Foto: Destination Bornholm

Der russische Friedhof

In der Nähe des dänischen Friedhofs in Allinge befindet sich ein russischer Friedhof. Am östlichen Ende steht ein Denkmal für die im Zweiten Weltkrieg gefallenen Deutschen.

Der russische Friedhof liegt im westlichen Teil des Friedhofs von Allinge und beherbergt die Gräber von 30 sowjetischen Soldaten, die während ihres Aufenthalts auf Bornholm in den Jahren 1945/46 starben.

Im östlichen Teil des Friedhofs sind 55 deutsche Flüchtlinge und Soldaten bestattet. Sie starben zumeist in den chaotischen Wochen gegen Kriegsende, als viele aus Ostpreußen und anderen Gebieten Ostdeutschlands flohen. Die beiden Gräberfelder sind getrennt und unterschiedlich gestaltet. Während das russische Gräberfeld einen Obelisken und eine Gedenkmauer aufweist, ist das deutsche Gräberfeld schlichter und traditioneller gestaltet. Beide Teile des Friedhofs dienen als Gedenkstätte für die zivilen und militärischen Opfer der letzten Kriegsphase auf Bornholm.

8. Mai 1945 – 16. April 1946

Während der Rest Dänemarks am 4. und 5. Mai 1945 die Befreiung feierte, wurden Rønne und Nexø von russischen Flugzeugen bombardiert. Die Bombenangriffe fanden am 7. und 8. Mai statt und zerstörten viele alte Häuser im Stadtzentrum. Am 8. und 9. Mai landeten die ersten russischen Soldaten im Hafen von Rønne. Einige wurden mit dem Zug nach Sandvig gebracht, wo sie von Widerstandskämpfern und neugierigen Einheimischen empfangen wurden. Es handelte sich um Frontsoldaten, die erst kürzlich an der Ostfront gegen die Deutschen gekämpft hatten. Sie marschierten weiter nach Allinge und wurden auch dort von der Widerstandsbewegung begrüßt – vor dem Slagtergården, wo sich heute die Superbrücke befindet.

Fast ein Jahr lang befanden sich Tausende russische Soldaten auf Bornholm. Viele waren auf Nordborneholm untergebracht – in Hotels, Jugendherbergen, Pensionen oder in Zelten auf dem Land. In den Wäldern von Hammersholm befindet sich noch heute das Gebiet Russersletten, und an den Hängen Richtung Hammersøen und Hammerknuden findet man alte Schützengräben aus jener Zeit.

Die Russen nutzten die Gräben bei Hammershus auch als Ställe für ihre Pferde. Die Hufeisen wurden in der Jugendherberge Sjøljan angefertigt. Die Russen verließen Bornholm am 16. April 1946. 30 russische Soldaten starben während ihres Aufenthalts und wurden in Allinge auf einem speziellen Friedhof am westlichen Ende, dem Russerkirkegården, beigesetzt. Im östlichen Teil des Friedhofs ruhen 55 deutsche Flüchtlinge und Soldaten.

Bornholm und der Krieg

Bornholm wurde am 10. April 1940 von den Deutschen besetzt. Zunächst wollten die Deutschen die Insel nutzen, um die sowjetische Flotte zu blockieren und errichteten daher große Geschützstellungen bei Dueodde. Nach dem Angriff auf die Sowjetunion wurden diese Arbeiten jedoch eingestellt. Später wurde die Insel stattdessen für Ausbildungszwecke – unter anderem für die Hitlerjugend – und als Testgelände für die deutsche Flotte genutzt.

Während der Entwicklung der V1- und V2-Raketen in Peenemünde nutzten die Deutschen Bornholm als Beobachtungsposten. Eine der V1-Bomben schlug auf der Insel ein. Zwei dänische Polizisten dokumentierten den Einschlag, was später großen Einfluss auf die Entscheidungen der Alliierten in England hatte. Als die Alliierten begannen, Deutschland intensiver zu bombardieren, errichteten die Deutschen Radarstationen auf Bornholm. Die Insel wurde zu einer Art Außenposten, von dem aus sie Berlin vor feindlichen Angriffen warnen konnten.

Gegen Kriegsende strömten Flüchtlinge aus Ostdeutschland und Gebieten wie Litauen nach Bornholm.

Die Bombardierungen und die sowjetische Besatzung

Am 4. Mai 1945 schien Frieden zu brechen. Am 7. Mai bombardierten sowjetische Flugzeuge Nexø und Rønne. Mehrere Menschen starben, und als weitere Angriffe befürchtet wurden, wurden beide Orte evakuiert. Am 8. Mai kehrten die russischen Flugzeuge zurück und warfen zahlreiche Bomben ab, was zu großen Zerstörungen und Bränden führte.

Die Bevölkerung Bornholms fühlte sich vom Rest Dänemarks im Stich gelassen. Im Radio wurde die Lage nicht erwähnt – stattdessen hörten die Menschen nur von Feierlichkeiten und Freude in Kopenhagen. Erst einige Tage später wurde der Bombardement öffentlich thematisiert. Am 8. Mai trafen die ersten russischen Kriegsschiffe in Rønne ein, kurz darauf folgten große sowjetische Truppenverbände. Die große Anzahl der eintreffenden Soldaten weckte die Sorge um die Zukunft der Insel.

Die Russen evakuierten jedoch rasch die rund 25.000 deutschen Soldaten und Flüchtlinge, die sich noch auf der Insel befanden. Die sowjetischen Truppen verließen Bornholm erst am 5. April 1946, nachdem die ersten dänischen Soldaten eingetroffen waren.

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Pilegade 18A

3770 Allinge

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Zuletzt aktualisiert von::Destination Bornholminfo@bornholm.info

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